Der Überfall auf Polen, mit dem Deutschland 1939 den Zweiten Weltkrieg entfesselte, jährt sich heuer zum 70. Mal. Auch zwei Generationen nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur 1945 ist das Erinnern an die Verbrechen und die Aufarbeitung der Zusammenhänge weiterhin wichtig. Über die großen Ereignisse ist viel geschrieben und gesprochen worden, und doch bleibt der Blick auf das Leben der Menschen vor Ort weiterhin eine wichtige Aufgabe. Wie funktionierte die Diktatur auf dem Land? Wie erlebten die Menschen die Zeit von 1933 bis 1945? Wer profitierte, wer wurde zum Opfer?


Diesen und anderen Fragen gehen die „Sieben im Süden“ im Rahmen der gemeinschaftlichen Ausstellungsreihe „Dorf unterm Hakenkreuz“ nach. Sieben Ausstellungen zu sieben wichtigen Themen – dabei zeichnen die Freilichtmuseen für ihre jeweilige Region gleichzeitig ein klares Bild der Lebens-situation im NS-Staat.

Das inhaltliche Spektrum reicht vom Reichsnährstand und die nationalsozialistische Propaganda über Schule und Erziehung, die Rolle der Frauen bis zur Zwangsarbeit und Kriegsfolgen und -erfahrungen. Andere Aspekte, wie die Verfolgung und Ermordung jüdischer Bürger werden angemessen im Begleitbuch zur Ausstellung, das im Frühjahr 2009 erscheint, behandelt. Im Ergebnis entstehen sieben unterschiedliche und doch aufeinander bezogene und sich ergänzende Ausstellungen. Politik, Sozialstruktur, Kultur und Wirtschaft werden bedacht, ohne dass der Anspruch erhoben werden soll, ein vollständiges Gesamtbild zu zeigen. Es lohnt sich also, sich auf den Weg zu machen, und mehrere Ausstellungen zu besuchen. Die Vielschichtigkeit des Themas läßt sich so vielleicht am besten erfassen.

Großer Dank gebührt der Landesstiftung Baden-Württemberg für die freundliche Unterstützung dieses Projektes.